Freisprechungsfeier 2014

Für viele junge Schreiner der Schreiner-Innung Traunstein war der Freitag Abend ein Fest- und Feiertag: Nach dem erfolgreichen Ablegen ihrer Abschluss- und Gesellenprüfung wurden sie gemäß der Jahrhunderte alten Handwerker-Tradition von den Pflichten ihres Lehrverhältnisses freigesprochen und erhielten ihren Gesellenbrief. Viele geladene Gäste aus der Kommunalpolitik, den Schulen, den Berufsverbänden sowie Eltern und Verwandte waren zu der Festveranstaltung in die Aula der Staatlichen Berufsschule I Traunstein gekommen

Obermeister Hans Kurfer wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Prüfung in Durchführung und Ergebnis überaus erfolgreich gewesen sei und dankte insbesondere auch den ehrenamtlich tätigen Innungsmitgliedern wobei er hier vor allem auch die Mitglieder des Prüfungsausschuss benannte.

Bernhard Daxenberger, Vizepräsident des Fachverbandes Schreinerhandwerk Bayern lobte das hohe Niveau der Ausbildung und der erreichten Ergebnisse. Dies sei in Bayern nicht überall so. die Jungschreiner hätten nun eine gute Zukunft. In die Runde der Ausstellungsstücke blickend sagte er: „Wir schaffen wahre Werte wie man sieht.“ Neben gezeigter Leistung und Kompetenz sah er die Stärken des Handwerks vor allem auch darin, dass der Handwerker auch als Person vor Ort mit seinem Namen und seiner Persönlichkeit präsent sei. Er ermutigte die Anwesenden im Ehrenamt in Innung und Vereinen Verantwortung zu übernehmen.

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser sagte „der Landkreis ist stolz auf die Leistung“ und ermutigte die jungen Handwerker weiter zu lernen. „Das ist der Schlüssel zum weiteren Erfolg.“ An der Tradition der Freisprechungen müsse man auch in der heutigen Zeit festhalten. Der Landkreis wolle auch in Zukunft weiter hohe Investitionen in die Bildung vornehmen.

Schreiner Meister Wolfgang Osenstätter sagte als Vertreter des Traunsteiner Oberbürgermeisters Christian Kegel an die Jung-Gesellen gerichtet: „Das sind große Kunstwerke, die ihr gefertigt habt.“ Schulleiter Ulrich Genghammer von der Berufsschule der Jugendsiedlung Traunreut führte weiter aus: „Ihr habt ein wichtiges Ziel erreicht.“ Sie hätten nun gute Chancen, ihre berufliche Zukunft erfolgreich zu meistern. Er hielt ein Plädoyer für das Lernen an den Beruflichen Schulen in Traunreut. Auch dort kämen die jungen Menschen zum beruflichen Ziel, die dort getätigten Investitionen würden sich auszahlen. Wolfgang Kurfer, Ständiger Vertreter des Schulleiters an der BS I betonte die Einzigartigkeit des dualen Systems in Deutschland. Schreiner sei ein „toller und kreativer Beruf“ mit dem zeitlosen Werkstoff Holz. Das erlernte Wissen und die Kreativität spiegle sich in den Gesellenstücken wieder. Er ermutigte die jungen Handwerker ihre erworbene soziale, methodische und fachliche Kompetenz auch an künftige Auszubildende weiterzugeben.

Im Nachgang an die Reden nahm Innungs-Obermeister Hans Kurfer die Freisprechung der jungen Gesellen vor und entband sie von den Pflichten ihres Ausbildungsverhältnisses. Anschließend erhielten sie ihre Gesellenbrief. Bei den Schreinern waren dies 35 Teilnehmer, fünf davon weiblich. Der Notendurchschnitt aus Theorie und Praxis lag bei 2,25. Viele von den jungen Handwerkern erreichten ausgezeichnete Ergebnisse mit der Note Eins. Prüfungsbester war Severin Brauner vom Ausbildungsbetrieb Gerald Asenkerschbaumer aus Tittmoning, der sowohl in Praxis wie auch Theorie mit der Note Eins abschloss.

Auch vier männliche Holzfachwerker durften sich über ihren erfolgreichen Abschluss freuen. Prüfungsbeste waren hier Wjatscheslaw Bader und Stefan Barhainski aus Riedering.

Die jungen Gesellen standen nach Beendigung der Freisprechungsfeier noch lange mit ihren Familienangehörigen, Ausbildern und Schreinermeistern zusammen. Allen Beteiligten war der Stolz über den erreichten Erfolg anzumerken, der sich optisch in den ausgestellten Gesellenstücken zeigte. Geehrt wurden auch die Sieger des Gestaltungswettbewerbs „Die Gute Form“.

1. Platz, Kristallbar von Maximilian Erik Janson, Ausbildungsbetrieb 3D-Holz Design in Traunstein
2. Platz, Wandschrank von Severin Brauner, Ausbildungsbetrieb Schreinerei Asenkerschbaumer in Tittmoning
3. Platz, Anna Lena Eder, Ausbildungsbetrieb Schreinerei Daxenberger in Seeon Eine Belobigung für den Schreibtisch von Andreas Scchallinger, Ausbildungsbetrieb Schreinerei Schützinger in Traunstein

Die Veranstaltung wurde musikalisch vom Hornduett der Musikschule Grassau umrahmt.

Grund zur Freude gab es bei Severin Brauner, der die Gesellenprüfung als Bester abschloss und dafür ausgezeichnet wurde. Im Bild von Links: Lehrlingswart Andreas Haitzer, Obermeister Hans Kurfer, Gerald Asenkerschbaumer vom gleichnamigen Ausbildungsbetrieb sowie Prüfungsvorsitzender Uli Mittermaier.

Freisprechungsfeier 2014